Debattenort
 

Seit 2011 ist das Kreativ.Quartier Lohberg als Debattenort für Zukunftsthemen in der internationalen Fachwelt präsent. Die Diskussionsreihe ist eine Plattform für Diskussionen rund um grundsätzliche Aufgaben der Standortentwicklung und richtet sich an Fachleute genauso wie an interessierte Bürger. Bis zu viermal im Jahr werden Experten und Publikum in den nächsten Jahren Positionen und Meinungen zu spannenden Themen austauschen.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe machte ein hochkarätig besetztes Diskussionsforum zum Thema „Natur und Menschenwerk – zur Geschichte und Zukunft von Landschaften“. Referenten aus Italien, der Schweiz, Brandenburg und Bayern stellten beispielhafte Projekte vor und eröffneten den Zuhörern die Möglichkeit, die ehrgeizigen Pläne für den Standort Lohberg im internationalen Zusammenhang einzuordnen.

Lohberg werde in europäischem Maßstab entwickelt, sagte Bürgermeister Dr. Heidinger in seiner Ansprache zum ersten Debattenort: Dies sei eine Riesenchance für Dinslaken. Natürlich lerne man dabei von anderen; aber warum sollten andere nicht auch von hiesigen Erfahrungen profitieren?

Die weiteren Themen der Veranstaltungsreihe widmen sich Landschaft Architektur, Kunst, Energie und Design – Themen, die nicht nur die Standortentwicklung vor Ort anregen werden, sondern letztlich alle Menschen, die sich aktiv und kreativ mit Veränderungsprozessen auseinandersetzen. 

 

 

debatte landschaft

 

Das Thema Landschaft bildete am 15. November 2011 den Auftakt der Veranstaltungsreihe, da mit dem Bergpark und dem Lohberg Corso ab Anfang 2013 zwei große Landschaftsbauprojekte realisiert werden: Sie werden dem ehemaligen Zechenstandort ein neues Gesicht geben und dabei bewusst vorhandene, gewachsene Strukturen, Bauten und Grünbereiche einbeziehen. „Die ‚Baustelle’ Landschaft braucht die Debatte, denn Menschsein ist immer mit Orten verbunden“, betonte Dr. Domenico Luciani, Koordinator bei der Stiftung Benetton, in seinem Vortrag. Gerade Landschaften wie das durch den Bergbau zerrissene Lohberg-Gelände bräuchten die Chance für einen Neuanfang, aber auch den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hier wie anderswo laute die Aufgabe, aus Wunden Chancen zu machen. 


 

debatte Architektur

 

Wie können denkmalgeschützte Gebäude wirtschaftlich neu genutzt werden – und wie kann eine gestalterische Einheit von alter und neuer Architektur entstehen: Das sind wichtige Themen für die Zukunft des Kreativ.Quartiers Lohberg. Deshalb stand dieser Themenkreis unter dem Titel „Denkmalschutz – neue Architektur – Privatinvestitionen“ am 26. Januar 2012 im Mittelpunkt des Debattenorts 2 im KQL.
 

Dr. Hans Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der RAG Montan Immobilien GmbH erläuterte die Strategie seines Hauses bei der gewerblichen Entwicklung von Teilflächen des Weltkulturerbes Kokerei Zollverein und stellte den Neubau der Unternehmensverwaltung auf dem Gelände vor.


Die wirtschaftliche Neunutzung von Baudenkmälern aus der Sicht mittelständischer Projektentwickler war Thema der Vorträge von Tobias Wabbel, Architekt aus Hagen und Ingo Reifgerste, Gesellschafter der Schleiff Denkmalentwicklung in Erkelenz. Wabbel berichtete von der schrittweisen Neunutzung des Geländes der ehemaligen Tuchfabrik Elbers in Hagen; Reifgerste zeigte eine Reihe von Umnutzungs-Beispielen aus Aachen, Köln und Mönchengladbach.


Dr. Thomas Palotz, Baudezernent der Stadt Dinslaken rundete die Vorträge – vor dem Hintergrund der künftigen Wohnbebauung auf dem KQL-Gelände – mit einer Präsentationen zu vergleichbaren, städtebaulichen Entwicklungsprojekten in den Niederlanden ab.
 

 

debatte energie
 

Die Entwicklung des KQL zu einem Co2-neutralen Standort ist einer der Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche Entwicklung des Geländes. Stadt Dinslaken, die Rag Montan Immobilien GmbH und die Stadtwerke Dinslaken haben sich auf eine entsprechende Vereinbarung verständigt. Wie aus den Überlegungen Wirklichkeit werden kann – und welche Bedeutung Architektur, Standortmarketing und Nutzerbeteiligung dabei haben – war das Thema des Debattenortes 3 am 28. Februar 2012 im Kreativ.Quartier Lohberg.

Unter dem Motto „wir machen unser Licht selbst“ brachten Experten aus Basel, Dortmund, Gelsenkirchen und Kassel ihre Erfahrungen und Anregungen ein. Pascal Biedermann, Musikproduzent und Projektentwickler berichtete aus dem „Gundeldinger Feld“ in Basel. Eine ehemalige Maschinenfabrik wurde hier zu einem Kreativzentrum umgestaltet; in der täglichen Nutzung hat das Thema „Energiesparen“ einen hohen Stellenwert für Eigentümer und Nutzer.

Die Umsetzung eines Niedrigenergiekonzepts bei der Neunutzung des ehemaligen Stahlstandorts Phoenix in Dortmund stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Konrad Hachmeyer-Isphording von der Wirtschaftsförderung Dortmund. Er hob hervor, dass mögliche Investoren von der Sinnhaftigkeit eines solchen Konzepts überzeugt werden müssten. Deshalb sei es wichtig, das gesamte Standortmarketing von Anbeginn auf diesen Schwerpunkt zu orientieren.

Manfred Hegger, Professor in Darmstadt und Vorstandsvorsitzender des gleichnamigen Architekturbüros in Kassel, arbeitete den Zusammenhang von Architektur und Niedrigenergie-Konzepten heraus und beschrieb die Herausforderungen an den Schnittstellen von Gestaltqualität, Energietechnik und Ökologie. Dr. Frank Michael Baumann bot als Geschäftsführer der Energieagentur NRW die Unterstützung seines Hauses bei der Umsetzung des Energiekonzepts für das KQL an.
 

Projektgemeinschaft und Förderer RAG Dinslaken Ziel2.NRW Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Europäische Union NWE CREATIV.NRW ecce Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen