17.09.2020

Serie: Veranstaltungen - aktiv bleiben und weitermachen. Folge 1: Theater Halbe Treppe

Es geht weiter! Kordula Völker sagt: "Kleinkunst ist flexibel und ideenreich."

Wie ein Theater in Corona-Zeiten überlebt

 

Das Publikum ist begeistert von den Open Air-Aufführungen. Mit maximal 25 Gästen pro Vorstellung startet die Kleinkunstbühne aber jetzt „indoor“ wieder durch.  

 

Eine Besucherin des Kleinkunstfestivals „Theater im Hof“ sagte: „Ich bin noch ganz beseelt, wenn ich über Eure Veranstaltung nachsinne. Nicht nur das Können und Eure Kreativität hat mich berührt, sondern auch die Botschaft dahinter, den Mut, den Einsatz und die Organisation, die hinter all dem steht. Wie Ihr mit vereinten Kräften (und damit meine ich auch die vielen Helfer um die Veranstaltung drumherum) für Euren Glauben an die Kunst und ihre Wirkung auf Menschen und Gesellschaft eintretet findet meine große Bewunderung. Danke dafür.“

 

Konzerte aus dem Wohnzimmer gestreamt

 

Über so eine Rückmeldung freut sich Kordula Völker, Chefin des „kleinsten Theaters am Niederrhein“, ganz besonders. Denn im März musste sie die Bühne schließen. Einzelne Veranstaltungen wurden in den Herbst geschoben, andere entfielen ganz. Die vorläufige kreative Lösung: „Unsere Künstlerinnen streamten ihre geplanten Konzerte kurzerhand aus dem eigenen Wohnzimmer und boten über Facebook Mitsingabende an. Ehrenamtliche bauten alleine und zu zweit im Theater an den Kulissen der neuen Produktion der Traumwerkstatt. SchauspielerInnen trafen sich zum Austausch und Spielen auf Onlineplattformen und das Team verabredete sich dort zum Webfrühstück. Alle blieben in Kontakt. Und das war gut so.“

 

lauschige Atmosphäre und Cocktailbar

 

Im Juni wurde mit der FrauKE-Reihe in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle die erste Veranstaltung aus dem Theater gestreamt. Ab Juni zog das Kleinkunstfestival „Theater im Hof“ viele Gäste an. Völker resümiert: „Den Schulhof der ehemaligen Lohberger Johannesschule als Open-Air-Theater zu nutzen, wurde zum vollen Erfolg. Konzerte, Kabarett und Varieté in lauschiger Atmosphäre unter Bäumen. Mit den Kulissen der Traumwerkstatt und einer einzigartigen Cocktailbar entfaltete sich ein neuer Bühnenraum.“ Sponsoren machten es möglich, und natürlich „die Kulturschaffenden mit ihrer ungebremsten Spielfreude und ein sagenhaftes Team der ehrenamtlichen Zusammenarbeit“.

 

finanziell überlebt, künstlerisch weiterentwickelt

Die frohe Botschaft lautet daraufhin: „Die Kleinkunstakademie als gemeinnütziger Verein hat bisher nicht nur finanziell überlebt, sondern sich künstlerisch sogar weiterentwickelt. Kreativität, Improvisation und Flexibilität sind unsere Stärke und das Fundament für Lösungen und neue Wege.“

 

neue Spielzeit: halbe Platzzahl und Youtube-Filme
 
Mit Optimismus geht das kleine Theater in die neue Saison und wieder nach drinnen. 25 statt 50 Sitzplätze, tagesaktuell angepasste Hygienemaßnahmen, so soll die Spielzeit gelingen. „Für alle, die keine Karte bekommen, werden wir unsere Veranstaltungen filmen und nachträglich als Onlineevent bei Youtube zur Verfügung stellen“, kündigt Kordula Völker an. Für die technische Ausstattung beim Filmen seien sie auf der Suche nach Sponsor*innen. „Die Kreativität der Kleinkunst findet immer einen Weg, sich weiter zu entfalten“, verspricht die tatkräftige Künstlerin und Theaterleiterin.

 

„Unterhaltung mit viel Abstand schaffen“

 

Kerstin Biskup, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Theater Halbe Treppe, ergänzt: „Diese Zeit hat schon ein großes Loch gerissen. Viele Veranstaltungen und Konzerte sowie unsere Theater AG sind ausgefallen und noch vieles mehr. Aber unser neues Angebot, die Open Air Veranstaltungen, wurden mit großer Begeisterung vom Umfeld angenommen. Wir werden auf jeden Fall auch weiterhin versuchen, mit viel Abstand ein bisschen Unterhaltung zu schaffen.“

 

Kordula Völker und Marlene Ramm, Vorstand Kleinkunstakademie e.V., freuen sich über Spenden auf folgendes Konto: Kleinkunstakademie e.V. - Nispa RheinLIppe, DE61 3565 0000 0670 9182 00.

 

Text: Gudrun Heyder

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