07.08.2020

GGS Lohberg: fröhliche Farbsinfonie für Kinder

Schmuckstück der Schule: das modernisierte historische Treppenhaus

Kurz vor der Wiedereröffnung führte Bauleiter Ralf Lübeck kql.de-Redakteurin und Kunsthistorikerin Gudrun Heyder durch das kernsanierte Schulgebäude. Kurz gesagt: In so eine Schule möchte wohl jedes Kind gehen. Überall gibt es harmonisch abgestufte Farben, großzügige Räume, viel Licht  und Platz. Jedes Detail scheint durchdacht und mit Feingefühl für kindliche Bedürfnisse gestaltet zu sein.

 

Auf dem großen Schulhof sind die Bauarbeiter noch emsig beschäftigt, in den neuen Klassenräumen wuselt das Kollegium. Stapel geleerter Kartons lagern in den Fluren, Unterrichtsmaterialien und Spiele wollen ihren richtigen Platz finden. Ralf Lübeck beantwortet beim Rundgang durch die Schule Fragen der Lehrerinnen, mahnt einen Stapel auf einer Fensterbank an, der das Sonnenschutzrollo behindert, verspricht, dass diese und jene Glasscheibe noch geputzt wird, wirft einem vor einer Toilette knieenden Installateur einen Hinweis zu und ist bei all dem vergnügt und stolz auf dieses Gesamtkunstwerk GGS.

 

Anderthalb Jahre Sanierung

 

Die ProZent GmbH, Architektin Stephanie Meidler und der Dinslakener Farbexperte Prof. Friedrich Schmuck haben ganze Arbeit geleistet. Schulleiter Ludger Zech schwärmt zurecht vom „nagelneuen“ Schulgebäude (Siehe Artikel auf dieser Seite.). Etwa 2000 Quadratmeter auf vier Etagen, plus Dach, Fassade und Schulhof unter den Vorgaben des Denkmalschutzes zu sanieren, das ist schon eine Herausforderung. Anderthalb Jahre hat die Sanierung von Grund auf gedauert. Die beiden Obergeschosse „gehören“ den Schüler*innen, das Erdgeschoss enthält Verwaltungsräume, Lehrerzimmer, Elterncafé und Multifunktionsturnhalle mit Bühne, das Untergeschoss Technikräume, Mensa und Duschräume für Sportler*innen, die nach Schulschluss die Halle nutzen werden.

 

Durchblicke und Barrierefreiheit

 

Transparenz sei wichtig, erklärt der Bauleiter, und so erhielten die Klassenzimmer Sichtfenster nach innen, zu den breiten Fluren hin. In der Mitte jeweils zweier Klassenzimmer liegt ein Raum für die „Differenzierung“, das heißt, beide Klassen können ihn flexibel nutzen. Und den Kindern macht es bestimmt Spaß, dass sie im Wortsinne Durchblick haben. Auch auf den breiten Gängen stehen kleine Tische und Stühle, so dass auch hier gelernt werden kann. Ein Aufzug und barrierefreie Sanitäranlagen garantieren, dass Kinder mit Behinderungen in ihrer Schule mobil sind.

 

Harmonisches Farbkonzept

 

Das Farbkonzept beeindruckt besonders: Jede Etage hat ihre Grundfarbe, die in Variationen auftaucht, etwa Rosa bis Zartviolett und Aubergine. Nahezu alle Regenbogenfarben kommen vor, aber eher dezent als knallbunt, was eine fröhliche, entspannte Atmosphäre schafft. Lediglich das Lehrerzimmer hat eine knallrote Wand erhalten, deren Anblick wohl für den Energiekick in den Pausen sorgen soll. Alt und Neu verbinden sich sehr harmonisch: Aufgefrischtes Holzparkett kombiniert mit modernem Mobiliar, das wirkt ruhig und edel. Schmuckstück der Schule, das an deren Tradition erinnert, ist das historische Treppenhaus. Ein eigener Trakt steht dem Bildungsinnovationszentrum BIZM-L zur Verfügung.

 

noch mehr Kontakte im Stadtteil

 

Absicht der Schule ist, vom sanierten Gebäude aus noch mehr Kontakte im Stadtteil zu pflegen. Die Marienschule als kommunikativer und einladender Grundpfeiler der Bildung in Lohberg – das hat Potential.

 

Text und Fotos: Gudrun Heyder

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