16.04.2020

Lohberg kreativ – Tauschkiste und Gabenzaun erfreuen die Menschen

Geben und nehmen - das geht jetzt in Lohberg rund um die Uhr.

Die Akteure im Stadtteil möchten während der Viruskrise die Solidarität mit kleinen Tauschaktionen fördern. Malkreide, Masken, Maoam und mehr finden ihre Abnehmer*innen.

 

Steht eine Kiste in Lohberg mit Klopapier drin – noch vor wenigen Wochen hätte man gedacht „was soll denn der Blödsinn?“. Aber nun versteht jeder die Geste und schmunzelt. Das Team von „Lohberg Mittendrin“ griff eine Idee aus Düsseldorf auf und war gespannt, was passieren würde. Die Rollen waren nach zwei Tagen weg, drei neue lagen in der transparenten Kiste. Sogar handgefertigte Atemschutzmasken mit Waschanleitung spendete ein anonymes Nähtalent.

 

Gelebte Hilfsbereitschaft und Miteinander

 

„Das ist Lohberg! Und für alle wird die gelebte Hilfsbereitschaft und das Miteinander sichtbar. Schön, hier zu leben! Danke Lohberg!“, schreibt „Lohberg Mittendrin“ erfreut auf seiner Homepage. „Den letzten Inhalt der Kiste habe ich zum Gabenzaun gebracht, so schließt sich der Kreis“, erzählt Gilla Schrör.

Den Gabenzaun haben die Quartiersmanager Lisa Reinemann und Jan Hulvershorn nahe der Blauen Bude eingerichtet. Seit Beginn der Corona-Krise gibt es auch in anderen Städten Gabenzäune, die dort vor allem obdachlose Menschen mit dem Allernötigsten versorgen sollen. Freiwillige füllen Beutel mit Nahrungsmitteln oder Hygieneprodukten, wer Bedarf hat, kann sich etwas vom Gabenzaun nehmen.

 

„Es sind die kleinen Dinge im Leben“

 

In Lohberg geht es eher darum, dass sich die Menschen gegenseitig eine Freude machen können. „Es sind die kleinen Dinge im Leben“, erklärt Lisa Reinmann. „Wir wollen etwas für den Stadtteil tun und die Gemeinschaft sowie die Solidarität fördern, was in diesen Zeiten noch wichtiger ist als ohnehin.“ Eine Mutter mit ihren zwei Kindern freute sich sehr über einen Beutel mit Straßenmalkreide, weil sie aktuell keine Kreide bekommen kann. „Es ist quasi wie beim Nachbarn zu klingeln, um nach einer fehlenden Zutat zu fragen, mit dem Unterschied, dass der Zaun keine Nachtruhe kennt und unabhängig ist von Öffnungszeiten“, sagt Lisa Reinemann.

 

Alle können geben und nehmen

 

Alle Lohberger*innen und andere Personen, die etwas vom Zaun benötigen oder spenden wollen, sind eingeladen, sich zu beteiligen. Am 14. April startete die Aktion mit einer Tüte Nudeln am Zaun, am 15. April hingen schon elf weitere Beutel daran. Die bisher originellste Gabe seien "Super Slipeinlagen" gewesen, in Kombination mit Taschentüchern und Maoam, so die Quartiersmanagerin.

 

Tassen am Zaun, Nudeln am Zaun

 

Nun hat das Kreativ.Quartier Lohberg also außer Walburga Schild-Griesbecks Tassenzaun gegenüber vom Atelier Freiart auch einen Gabenzaun. Mal sehen, auf was für Ideen die Lohberger*innen noch kommen. Jedenfalls engagieren sich viele Akteure im Stadtteil dafür, dass in Lohberg auch während der Viruskrise das bewährte gute Miteinander lebendig bleibt.

 

Text: Gudrun Heyder

Fotos: Lohberg Mittendrin, Quartiersmanagement Lohberg

 

 

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